February 2012
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Aktuelles

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Neuerdings (seit Ende März 2006) ist das Schreiben von Anmerkungen nicht mehr ganz so einfach. Es gab da so ein paar Subjekte – im Western würden sie eine der Rollen mit schwarzem Hut bekommen --, die meinten sie müssten die Schreibrechte dazu missbrauchen, auf unserem Wiki massenweise Links zu Seiten zu platzieren, deren Inhalt nur wenige als freie Meinungsäußerung einordnen würden.
Von daher gibt's jetzt im Sinne des Pisa-Tests eine Einstiegsfrage zu beantworten, wenn jemand was auf eine Seite schreiben will. Das etwas überhebliche "Bisher war noch keiner der Spammer fähig, die Einstiegsfrage zu beantworten" muss leider revidiert werden. Fürs erste erachten wir das mal als Wertschätzung, dass auf unserer Seite noch Spam-Werbung plaziert wird.

2012-01-15

Robespierre ist zurück

Naja, nicht Robespierre in Persona, sondern als Idee – was aber nicht unbedingt besser sein muss. Er wurde ja gerne der "Tugendhafte" genannt und die scheint in den letzten Tagen wieder in der Politik zurück zu sein. Nicht unbedingt in Form der Taliban – die wahrscheinlich mehr mit Robespierre gemeinsam haben, als ihnen lieb sein dürfte – sondern erstaunlicherweise in der westlichen Welt. Ich war schon ein bisschen erstaunt über den Satz von der "weltweiten Empörung" über das Video mit der Leichenschändung der amerikanischen Marines. Das mag vielleicht mit daran gelegen haben, dass ich das zuerst im Radio mitbekommen hatte. Und bis die Kommentatoren dann damit rausrückten, was denn auf den Videoaufnahmen zu sehen ist, hatte ich genug Zeit mir einige Schändungsarten vorzustellen. Ich kam da von total aufgeschlitzten Gesichtern über abgeschnittene Penise zu skalpierten Häuptern und anderen archaischen Bildern und war dann fast ein bisschen erleichtert: "Ach, nur angepisst." Irgendwie will die "weltweite Empörung" nicht so recht zu dem atheistisch oder zumindest agnostischen Bild passen, das ich von der westlichen Öffentlichkeit habe. Und selbst diejenigen, die an ein Jenseits und die Unsterblichkeit der Seele glauben, folgen doch dabei nicht mehr einem alt-ägyptischen Denken, wo der Tote nur einwandfrei einbalsamiert und bestens mit Nahrungsmittel und Gold ausgerüstet, im Drüben weiter kommt. Und das gilt doch nicht nur für den christlichen Glauben im Westen, sondern, soweit ich das als Uneingeweihter beurteilen kann, auch für den muslimischen Glauben. Ich würde zwar niemand dazu einladen und freuen würde ich mich auch nicht unbedingt darüber, aber wahrscheinlich wäre es mir und meiner Seele ziemlich egal, wer da Stunden nach meinem Tod auf meine Körperhülle pinkelt.

Die Frage ist, was wäre anders gewesen, wenn die Burschen kein Video gedreht hätten. Und wenn sie sich das nach einer Nacht drüber schlafen noch mal angesehen hätten? "Oh, Mann, Scheiße! Haben wir das tatsächlich gemacht? Ab mit dem Zeug auf den digitalen Friedhof." Ja, der Vorfall ist bedauerlich und es wäre besser, wenn er gar nicht statt gefunden hätte. Aber das ist ein Grund, um sich dafür öffentlich zu entschuldigen, aber nicht um sich in eine aufgesetzt anmutende Empörung hinein zu steigern. Immerhin gab es hier keine "klammheimliche Freude" zu beobachten. Und das war ja in der Vergangenheit nicht in allen Ländern so, wenn Flugzeuge in Hochhäuser abstürzten oder Raketen aus dem Irak bis nach Israel kamen.

... aber er wird nicht Bundespräsident

Ein ähnliches Phänomen oder vielleicht etwas, das besser mit dem alten Sprichwort, dass man nicht jede Sau, die man findet, auch durchs Dorf treiben muss, beschrieben wäre, lässt sich bei der "Öffentlichkeitskampagne" mit Christian Wulff beobachten. Immerhin ist jetzt der Satz, dass dadurch auch das "Amt des Bundespräsidenten Schaden nehmen würde" nicht mehr so penetrant oft zu hören. Wieso wird da das Bundespräsidentenamt beschädigt, wenn der Herr Wulff als niedersächsischer Ministerpräsident Scheiß gebaut hat? Keiner der schlauen Kommentatoren, die diesen Satz losgelassen haben, hielt es aber für nötig, zu erklären, in welcher Form da das Amt beschädigt wird. Wie kann man ein Amt überhaupt beschädigen? Ruf und Ansehen sind vielleicht hinüber, aber eben von der Person Christian Wulff und nicht vom Präsidentenamt. Sobald da ein brauchbarer Nachfolger da ist, ist wieder alles wie vorher.

Klar ist die Problematik nicht nur, das da jemand vor Jahren als Ministerpräsident was verbockt hat, sondern wie derjenige jetzt damit umgeht. Aber selbst da habe ich bedingt Verständnis dafür, denn ich wollte mich auch nicht mit Leuten rumschlagen, die mangels anderer wirklicher Neuigkeiten eine Geschichte von einem Hotel- oder Flug-Upgrade ausgraben. Selbst ich habe schon mal ein kostenloses Upgrade in die Business-Class bekommen – weil die Schlauberger von der Lufthansa die Touri-Class überbucht hatten und vorher aber nicht mehr genug ihren Flug gecancelt haben. Und ich weiß gar nicht mehr, wie oft ich von Geschäftspartnern zum Essen eingeladen worden bin. Das hatte fast schon ungewollte Schnorrer-Tendenzen. Im Ernst, was soll man davon halten, wenn ein Herr Wulff mit seiner Frau ein Upgrade von einem Doppelzimmer in einem Münchner Hotel zu einer bzw. zu zwei Suiten bekommt. Er lag ja immer noch mit seiner Frau im Bett und nicht mit dem Filmproduzenten, der für ihn das Upgrade bezahlt hat – und zumindest das wäre ohnehin seine Privatsache. Allerdings lässt ja der Produzent auch verlauten, dass das ohne Wissen des Herrn Wulff abgelaufen sei. Aha, was heißt das? Dass Wulff weiterhin mit seiner Frau im kargen Doppelzimmer schlief, weil er ja nix von der Suite wusste, und das Hotel sich über die Mehreinahmen freute?

Nachdem ich mich ja nun als Kostgänger geoutet habe, wird's wohl nichts mit meiner Kandidatur zum Bundespräsidenten. Wir könnten natürlich mal wieder eine groß angelegte Kampagne auf diesem Wiki starten …
Aber das muss nicht sein. Abhilfe kommt von höchster Stelle, nein, nicht vom Papst, sondern vom Generalsekretär der UN, von Ban Ki-moon. Der formulierte nämlich in seinem Aufruf an den syrischen Staatspräsidenten "Der frische Wind des Wandels wird nicht abflauen". Durchaus treffend und ergreifend und im Original englischen Wortlaut fast noch ein bisschen markanter.
"The winds of change will not cease to blow."
Aber das ändert nichts daran, dass er das bei den Scorpions geklaut hat. Vielleicht hat er es aber auch nicht geklaut, sondern das lief im gegenseitigen Einverständnis ab, und das war nicht nur eine Warnung an den syrischen Präsidenten Assad, sondern gleichzeitig der Startschuss für eine beispielslose Kampagne, an deren Ende Klaus Meine der neue Bundespräsident sein wird. Da die Scorpions sich ja nach der dritten Abschiedstournee (oder war es erst die zweite?) aus dem aktiven Geschäft zurückgezogen haben, hat er für einen neuen Job jetzt ja genug Zeit. Nationalhymne statt Stadionhymne? Was soll's, ist ja eh fast das gleiche. Aber das ist nicht die schlechteste Aussicht: Die Nationalhymne vor dem Hintergrund von unzähligen wogenden Feuerzeugen. Na okay, ich korrigiere mich: vor wogenden Feuerzeug-Apps auf dem iPhone.

RolF

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2011-12-08

Eine Volkspartei erfindet sich neu

Da soll noch jemand sagen die CDU wäre streng hierarchisch organisiert und auf Landes- und Kreisebene würde nur wiederholt, was in Berlin von der Parteizentrale vorgegeben wird. Der aktuelle Stimmungsaufwind, den die Union durch den Ausgang der Volksabstimmung aktuell im Lande erlebt, ist anscheinend nicht nur einer Verallgemeinerung des Wählervotums geschuldet "Das Volk hat bei der Abstimmung so gewählt wie unsere Meinung, die wir schon immer so vertraten. Also sind wir die einzig wirkliche Volkspartei.", sondern er ist wohl auch das Spiegelbild einer Revolution von unten. Voller Stolz hat man beim Kreisverband Karlsruhe erkannt, dass eine Volkspartei nicht nur rechts sein kann, sondern dass sie gleichzeitig auch links sein muss. Und dann ist natürlich nur logisch, dass man das auch auf den eigenen Webseiten verkündet.

RolF

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2011-12-04

Ich höre gerade die Nachrichten über den Bundesparteitag der Piraten. Was wird darüber berichtet? Natürlich, dass sie sich für die Legalisierung von Drogen aussprechen. Da frage ich mich doch weshalb sich nach den 7 (oder waren es 8) Prozent der Piratenpartei bei den Berliner Wahlen Land auf und ab, alle aufgeregt haben, dass die gar kein richtiges Programm hätten außer "freie Drogen, freies Internet, freier Nahverkehr". Wenn man sich als Medienmacher als erstes auf das Thema Drogen als Parteitagsberichterstattung stürzt (und zwar auch bei den öffentlich-rechtlichen Sendern und nicht nur im gern zitierten Unterschichten-Fernsehen) dann braucht sich doch niemand zu beklagen.

Dann ist das jetzt doch nur ein nicht zugegebenes Eingeständnis von Neid, dass die Piraten es nämlich besser verstanden haben, auf der Klaviatur des Reisserischen zu spielen. Und jetzt versucht man das nachzuholen.

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2011-11-05

Farbenmemory

Auch wenn es zur Zeit Mode ist, über Griechenland und nicht funktionierende Verwaltungsapparate zu lästern, die noch nicht einmal in der Lage sind ihre lebenden Rentern zu zählen, muss da eine Warnung ausgesprochen werden: Viele, die da lachen über die ach so doofen Griechen, überschätzen sich da gewaltig. Vor allen Dingen, wenn sie aus der Verwaltung Karlsruhe-Neureut kommen. Mit den genauen Deutschen, die ganz Rest-Europa das richtige Mülltrennen beibringen, ist es nicht weit her.

Diese schöne Ansammlung von Altglass-Containern steht in Nereut, Bärenweg. Okay, dass man mal nicht die passende Farbe parat hat, kann vorkommen. Also lassen wir mal den braunen Weißglas-Container außen vor … weiß verschmutzt ja eh in unseren Breiten so schnell, dass von der ursprünglich weissen Farbe bald nichts mehr zu sehen ist. Aber was wollen die uns damit sagen, dass der braune Container nur für grünes Glas ist, und der grüne nur für braune? Ich weigere mich immer noch zu glauben, dass das wirklich nur Dummheit ist. Ist das ein neuer Feldversuch, die Hirne der Bürger aktiv zu halten? Farbempfinden und Lesevermögen sind ja, wenn ich mich richtig erinnere, in unterschiedlichen Gehirnhälften zu Hause.

Sonderlich kreativ läuft diese Suche nach einer Erklärung bei mir nicht ab. Was vielleicht daran liegt, dass sich alle fünf Minuten der Satz "Scheisse, ich glaub's nicht. Für sowas wird tatsächlich jemand bezahlt." wie ein Bleimantel um meine Gedanken legt.

RolF

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2011-04-29

oi rolf! der absolute auasdrucks- und grammatikknaller ist aber der Wagner von der bild!! einfach unglaublich! Samstag (7.5.) wird die bodenplatte betoniert!!! und a feuerwehr steht auch schon im hof!!!

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2011-04-22

Vielleicht hätte ich doch Lehrer werden sollen

Und nicht weil das besser zu einer WG mit deutlicher Neigung zur PH oder genauer zu PH Studentinnen gepasst hätte. Aber das Grauen vor dem Korrigieren von Deutsch-Aufsätzen war zu groß, als dass ich mich auf den pädagogischen Leidensweg (auch BILD beklagt die zunehmende Frustration von Lehrern, ohne das damit zu erklären, dass die zu oft die Die Zeit anstatt der BILD lesen) gemacht hätte.

Wenn ich gewußt hätte, dass ich davor ohnehin nicht verschont bleibe, wäre ich es vielleicht ganz anders angegangen. Andererseits werde ich ja eigentlich von keinem gezwungen, diese Werbeblättchen zu lesen, die im Briefkasten liegen. Wobei es in dem Fall ein bisschen anders gelagert ist, denn die BBBank Info-Zeitschrift ist zwar kostenlos, wird aber wahrscheinlich von mir und all den anderen Genossenschafts-Mitgliedern quer finanziert. Gut, aber jetzt zu den Kostproben (alle aus den Kurzrubriken über Neuigkeiten zum Hausbau)

Die Diele ist in Baumärkten ab März 2011 als Rundloch Hohlkammerdiele in drei Farbtönen (Naturbraun, Nussbraun, Basaltgrau) sowie in zwei verschiedenen Oberflächenvarianten erhältlich. Die Vorteile der Holz-Polymer-Diele sind zahlreich. Sie ist z.B. sehr widerstandsfähig.

Genau, damit hört der Artikel auf! Aber auch beim zweiten Hinschauen wird es nicht mehr als ein zahlreicher Vorteil.

Zugegeben, beim Namen "Eclipse" kommt man nicht sofort darauf, dass es sich um das neue Schiebetürsystem von Jeld-Wen handelt. Doch ähnlich wie eine Sonnenfinsternis ist das platzsparende System mit der sich selbst reinigenden Laufschiene und den Präzisionskugellagern absolut lautlos und sanft.

Sonnenfinsternis, ganz klar, da fallen mir auch als erste Adjektive lautlos und sanft ein.

RolF

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2011-04-01

Die rosa Zeiten sind vorbei

Na ja, müsste allerdings nicht so sein, ist ja meine eigene Entscheidung. Ich könnte ja die neue Wohnung auch wieder in terracotta streichen.

Jedenfalls ist das ein Grund zum Feiern. Dass es mit Neu-Einzugsfeten – bis auf einen Fall 2006-04-30 – bei denen, die die WG-mit-Garten ausmachen, denkbar schlecht aussieht, ist ja bekannt. Von daher wird es eine "4500 Tage WG sind vorbei" Fete an altbekannter Stätte:

Die Feier steigt um 19:00 Uhr im Hof … und im bis dorthin hoffentlich leeren Zimmer. Bier, Kaffee und andere legale Drogen sind da. Und mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit wird auch der Pizza-Ofen in Betrieb gehen.

Weitere Essens- oder Salatwünsche bitte hier anbringen. Den fix-und-fertig Sauerkraut-Ananas Salat wird es diesmal nicht geben – zumindest nicht von mir.

RolF

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2011-03-23

Die Farben des Frühlings

Rechtzeitig zum Frühlingsanfang ist er da. Der womöglich endgültige WG-Stammbaum. Die Farben orientieren sich an den neuen Farben dieses Mode-Frühjahrs. Nicht dass da jemand auf die Idee kommt, es ließe sich daraus die sexuelle Orientierung einiger Mitbewohner ablesen.

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2010-12-19

Politische Wetterlage oder es gibt auch noch positive Nachrichten

Wer jetzt darauf hofft, die aktuellen Quoten bei den Londoner Buchmachern für den Rücktritt von Guido Westerwelle samt todsicherem Tipp für das Rücktrittsdatum zu sehen, wird wohl enttäuscht sein. Nix dergleichen! Wetter hat nichts mit wetten sondern tatsächlich eher mit dem meteorologischen Wetter zu tun. Nicht dass die Politik jetzt in Sachen Klimaerwärmung ernsthaft etwas tun würde, aber es gibt wieder innovative Politiker, die das Wetter ernst nehmen.

Womit wir bei der ersten schlechten Nachricht von gestern wären: Hugo Chávez heißt der innovative Politiker, der sich sehr konkret mit der Wetterentwicklung befasst. Nach den Flutkatastrophen in Venezuela kommt er zu dem Schluss, das da am besten dagegen vorgehen zu sei, wenn er, als Präsident, vom Parlament Sondervollmachten bekommt. In jedem normalen Staat wäre der Ausnahmezustand ausgerufen worden, dafür ist dieses Konstrukt ja da. Aber nein, Señior Chávez braucht Sondervollmachten. Das darf nicht sein, dass der chilenische Präsident sich alleine als Retter in der Not mit den chilenischen Kumpels darstellen darf. "33 Kumpels? Okay, aber ich rette ein ganzes Land! Der wahre Held Lateinamerikas bin ich!" Da kann Mappus noch was lernen: Schnee-Katastrophe in Baden-Württemberg. Her mit den Sondervollmachten! Dann wird das auch was mit Stuttgart-21.

In den USA tönen die (auf-)rechten Politiker, Julian Assange sei ein Terrorist, ein Feind Amerikas und Feinde müsste man früher oder später los werden. Legt der Mann Bomben? Wer ist überhaupt Amerika? Die New York Times gehört da anscheinend nicht dazu, denn die übernimmt Veröffentlichungen von Wikileaks in ihre Zeitungsausgabe. Wieso kann ich mich des Gefühls nicht erwehren, dass Wikileaks nichts anderes ist als ein Spiegel. Und die, die jetzt so laut schreien, sind die, die ihr eigenes Gesicht im Spiegel nicht ertragen können. Daran ist nix verwerfliches, geht mir ja auch manchmal so. Aber ich setz mich dann aufs Klo und danach geht's mir wieder besser … und mache nicht andere dafür verantwortlich. Vielleicht schaut ihnen aber auch nur McCarthy? aus dem Spiegel entgegen. In Schwarz-Weiß, sowas kann manchmal ganz schön erschreckend sein.

Die dritte schlechte Nachricht von gestern kommt vom "Deutschen Richterbund". Der meint, dass es ohne Vorratsdatenhaltung nicht geht. Wenn man so einen Satz eher beiläufig beim Biss ins Samstagsmorgenbrötchen im Radio hört, wird das im Kopf gerne gewohnheitsmäßig in "Bundesgerichtshof" umgedreht, weil man es eben gewohnt ist, dass es immer Beschlüsse der nächst-höheren Instanz sind, die es in die Nachrichten schaffen. Also gilt es, das gerade gehörte noch mal kurz wiederzukäuen, und dann beruhigt am Brötchen weiterzukauen: "Okay, Richterbund, auch nur eine Stimme von vielen. Unwesentlich wichtiger als dieses Wiki, denen hört auch keiner zu! Und Entscheidungs befugt, sind die schon mal gar nicht."

Die richtig gute Nachricht hat wieder mit dem Wetter zu tun. Und die kommt aus dem Osten, wo die Sonne aufgeht: Nach all dem Säbelgerassel und Drohgebärden in den letzten Tagen kommt eine lapidare Verlautbahrung vom südkoreanischen Verteidigungsministerium: "Wir haben beschlossen, das geplante Übungsmanöver wegen des schlechten Wetters zu verschieben!" Das hat mal Stil! Auch wenn da noch ein Nachsatz kam "Verschoben ist nicht aufgehoben" und ich auch nicht weiß, wie verbissen, diese Ankündigung aus dem Mund des Sprechers kam, heißt das doch nichts anderes als: "Ihr könnt mich alle mal … bei Eurem Scheiß mach' ich nicht mit!" Richtig, im Krieg kann sich niemand das Wetter aussuchen. Aber das ist ja genau der Punkt: Wir sind nicht im Krieg! Es ist ein Manöver, es geht darum, empfindliches, elektronisches Gerät auszutesten. Ein bisschen Respekt vor der Ingenieurswissenschaft kann man auch von denen erwarten, die nur in Freund-Feind Kategorien denken können.

RolF

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2010-11-24

Ihre Meinung ist uns wichtig

Wie jedes gute Krankenhaus oder Restaurant haben auch die Karlsruher Krankenhäuser diese schicken grünen Bögen mit der einfühlsamen Überschrift "Ihre Meinung ist uns wichtig!". Da mir aber die Geschichte meiner Röntgen-Bilder (zugegeben in der anderen Karlsruher Klinik) nur noch allzu gut in Erinnerung ist, kann ich mich nicht dazu durchringen, meine Vorschläge einem Zettel und einem Briefkasten anzuvertrauen.

Aber was wäre besser geeignet als ein Wiki, um Gedankengänge von möglichst vielen aufzunehmen und in etwas Produktives umzugestallten? Da der Admin auf die Schnelle nicht dazu zu überreden war, dass ich mal schnell ein KKW (Karlsruher Klinik Wiki) einrichte, schreibe ich halt an altbekannter Stelle.

Warum? Weil ich es wichtig finde, dass endlich mal Abwechslung kommt in diese immer gleiche Frage "Stuhlgang gestern?" Entweder gibt es darauf ein erleichtertes "Ja" oder ein sehr gepresstes "Nein", das es kaum noch an den Zähnen vorbei schafft. Da wäre doch ein "Na, Morgenlatte gehabt, heute früh?" schon allein klanglich viel erfrischender. Aktueller wäre es eh! Und medizinisch wohl genauso aufschlussreich.

Ich höre schon den Pfleger Gerhard sagen: "Oh, Zimmer 304 Unger, da war heut' nix. Und ich hab' extra noch mal im Plan nachgeschaut: Gestern abend hatte Schwester Sophia Dienst … das kam bei ihr noch nie vor. Da müssen wir uns ernsthaft Sorgen machen!"

Und da die Zimmer ja Geschlechter getrennt sind, müßte man den Frauen ja nicht unbedingt was von dieser Verbesserung erzählen. Na, und wenn sie allzu neidisch sind, weil sich mal wieder "alles nur um die Männer kümmert" (Freud sagt wegen dem Penisneid), kann man ihnen ja auch die gleiche Frage stellen.

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2010-10-06

Fahrstuhl zur Demokratie

Kennt man eine kennt man alle! Das gilt nicht nur für diverse Fernseh- und Promi-Zeitschriften wie das "Neue Blatt", die "Bunte" oder "hörzu", sondern auch für jene Heftchen, die von den Krankenkassen ins Haus geflattert kommen. Die Kassenzeitschriften nennen sich "Bleib gesund", "Wir sind für Sie da" und beschränken sich im Gegensatz zur oben erwähnten Kategorie auf nationale Prominenz. Es gibt nur ein Preisrätsel und nicht deren fünf und statt einem Auto oder einem Gehörgang gefährdenden iPod gibt es eine Reise ins Allgäu zu gewinnen. Gesundheitstipps gibt es aber gleichermaßen zuhauf.

Derart vorgeprägt ("Gönnen Sie Ihrem Auto eine Pause und dafür Ihrem Körper ein Intensiv-Walking", "Freuen Sie sich über jede Treppe auf dem Weg zur Arbeit") fiel mir vor Erstaunen die Kinnlade runter, als die Dame an der AOK Rezeption mir zu verstehen gab, dass Zahnersatz im 1.OG abgewickelt wird: "… der Aufzug ist da hinten!" Mein langes Gesicht wurde noch länger, als ich dahinten wohl den Fahrstuhl, aber weit und breit keine Treppe fand. "Für eine Etage steig ich doch nicht in den Fahrstuhl! Statt Ruhepuls 90, Herzinfarkt im Fahrstuhl. Davor hat mich doch 'Bleib gesund' immer gewarnt."

Aber nix ging. Die Sachbearbeiterin hat mir dann die Zusammenhänge erklärt: Der Aufzug fährt nur in den ersten Stock – für normal Sterbliche. Mit einem Chip-Key kommt man auch höher. Die Treppe, die irgendwo ums Eck sei, hat aber solch eine Beschränkung nicht und ist deshalb nur für Mitarbeiter vorgesehen. Und jetzt kommt's: Oben seien nämlich Büros mit erweitertem Aktenbestand, aus Datenschutzgründen darf da kein Besucher hoch. Und diesen Zugangsschutz gewährleistet halt der Chip bewährte Fahrstuhl. Falls aber jemand partout nicht mit dem Aufzug fahren kann – aus innerer Überzeugung, so ein Scheiß nicht zu machen, ist aber nicht partout genug – dann könnte auch ein AOK-Mitarbeiter als treppenbegleitende Aufsichtsperson abgestellt werden.

So unglaublich diese Begründung auch ist, eins muß man ihnen lassen: Sie wissen, an welchen Punkten der Bürger zu packen ist. "Wir wollen nicht Ihre Beitragsgelder verschwenden und deshalb sparen wir uns die Putzfrau fürs Treppenhaus" hät mich doch kalt gelassen, aber bei Datenschutz, da schrillen bei mir gleich die Alarmglocken. Meine Freiheit, die ist mir was wert.

Also lerne ich daraus was fürs Leben und werde beim nächsten Vorsprechen beim Arzt oder der Kasse auch die Datenschutz-Keule hervorholen: "Wie? Sie machen sich erhebliche Sorgen, weil meine Leberwerte im Arsch sind? Sie erwägen, mich in eine höhere Beitragsstufe einzuordnen? Nix geht! Datenschutz! Da kann ich nichts dran ändern. Ich muß jeden Abend 5 Bier und 2 Korn trinken, damit ich die ganzen IP-Adressen, die sich da den Tag über aus den Webserver-Logs in mein Hirn geschlichen haben, wieder los werde."

RolF

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2010-09-05

Suff für alle!

Na, tatsächlich hieß es SUV für alle auf dem Blättchen, das da vor Tagen in unserem Briefkasten zu finden war. Aber mal im Ernst, liest da irgendjemand, auch wenn er des Englischen durchaus mächtig ist, ess-ju-wie? Aber es ist ja so eine Sache mit der Internationalisierung von Abbkürzungen. Wer bei der Bundeswehr war, kennt ja den Stuffz[1] und noch etliche andere, bei denen man sich nicht um die Ausprache der einzelnen Buchstaben bemüht. Keine Ahnung, ob es eine Dudenregelung gibt, die besagt, dass Abk. als Einzelbuchstaben ausgesprochen werden, wenn sie aus vier oder weniger Buchstaben bestehen. Bei vier geht jedenfalls auch beides. Es gibt die GmbH und die NATO.

Nicht immer ist die Lage so eindeutig wie bei SMS. Da gibt es beim Engländer, Franzosen und beim Deutschen nur minimale Unterschiede in der Aussprache. Bei ICQ hat man sich, dem klassischen Karlsruher Satz "Bisch heut abend im ICQ?" zum Trotz, strikt auf die englische Sprechweise geeinigt. Was aber gar nix mit unserem Thema zu tun hat, weil ICQ ja keine Abbkürzung ist, sondern ein Homophon ("I seek you").

Beim urdeutschen ICE kennen die Amerikaner keinen Respekt und sagen Ice-Train. Vielleicht erinnert sie ja die weiß-graue Farbe an Gletschereis. Dank der haüfigen Ausfälle der Klimaanlage in diesem Sommer ist die Beliebheit dieser verniedlichenden Bezeichnung bei unseren amerikanischen Freunden aber deutlich zurück gegangen. Ist ja auch ein Unding, Ih-Zeh-Eh ist wirklich nicht so schwer auszusprechen! Es kann sich ja auch niemand vorstellen, dass eine Rentnerin in Saarbrücken zum Bahnangestellten marschiert und fragt: "Wann kommt denn jetzt der Tee-Geh-Vau nach Paris?"

Aber zurück zum Anfang. Der SUV für alle ist natürlich kein Porsche Cayenne. "Kaufen Sie sich einen Cayenne! Alle anderen in Ihrer Straße haben auch schon einen." funktioniert als Werbestrategie natürlich nicht so richtig. Aber mit einem Dacia kann man sowas machen, zumal man ja mit einem Preis von 12.000 Euro eh bei keinem die elitären Instinkte ansprechen kann. Also merken wir uns als Namen für die Zukunft: Dacia Duster. Und schon schießt die nächste Frage durch den Kopf: Soll ich da jetzt an Staub/Dust denken und an einfachen, aber ehrlichen Geländewagencharme in der osteuropäischen Tradition eines Lada Niva? Oder eben doch in süddeutschem Dialekt an: "Jetzt wird's duster – nämlich für den Porsche Cayenne."


[1] Wieso weiß jetzt jeder, dass ich nicht beim Bund war?!


Suff für alle (Teil 2)

Und es geht immer noch nicht um Bier oder Alkohol, auch wenn das Oktoberfest so langsam näher rückt. Aber das ist ja auch in München. In unserem Fall geht es um eine ureigene Karlsruher Angelegenheit. Anlass für die Fortsetzung des Suff-Themas ist nämlich eine Verlautbarung der Karlsruher Stadtwerke in Person von Harald Rosemann:

Viel Wasser trinken fördert die Gesundheit. Am besten löscht man den Durst mit Karlsruher Trinkwasser: Es ist kalorienfrei, gesund und vor allem konkurrenzlos günstig. Ein Liter kostet gerade mal ein viertel Cent.

Angeblich verzeichneten die Stadtwerke in der Hitzeperiode im Juli eine Rekordnachfrage nach dem kühlen Nass. Am 9.Juli den Höchstwert von 113.000 Kubikmeter. Nun frage ich mich natürlich, woher wissen die, dass diese 113 Millionen Liter alle versoffen worden sind? Bei einer Einwohnerzahl, die wir brav nach oben auf 300 Tausend aufrunden, wären das 370 Liter pro Einwohner -- an einem Tag! Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass 10 Liter am Tag die Gesundheit nicht mehr unbedingt fördern. Im Prinzip spielt das aber keine Rolle. Denn wenn ich nur meine üblichen 9 Liter getrunken habe, müssen nur 361 andere um einen Liter über dem Durchschnitt gelieben sein, dann ist das schon wieder ausgeglichen.

Aber das ist langweiliges Prozentrechnen mit Statistiken. Vielmehr interessiert mich, wie die Stadtwerke so genau wissen können, dass das, was aus dem Wasserhahn rausläuft, auch tatsächlich eine menschliche Gurgel hinunterläuft. Lange Zeit wurde ja kolportiert, dass die Wasserwerke dem Trinkwasser einen Stoff beimischen, der abhängig macht. Aber nicht alles, was bei Aldous Huxley's Schöner neuen Welt zu lesen ist, muss auch in Karlsruhe so ablaufen. Wie hätten sie das dann auch messen wollen? Vielleicht macht das Zeug süchtig nach Vorabend-Serien und sie analysieren die Einschaltquoten. Aber wie wollen sie daran ablesen, ob jetzt einer 10 oder 20 Liter aus dem Wasserhahn getrunken hat?

Ich glaube ja, es ist viel schlimmer: Es sind keine süchtig machende Substanzen, sondern mikrosopisch kleine Kameras, die zusammen mit dem KIT am Institut für Nanotechnologie entwickelt wurden. Wenn die in den menschlichen Magen- und Darmtrakt vordringen, werden durch die Magensäure durch einen Batterie ähnlichen Effekt Mini-Sender aktiviert, die dann Bilder von unserem Mageninneren an die Stadtwerke verschicken. Und damit das nicht auffliegt, hat man zur rechten Zeit als Ablenkungsmanöver die Diskussion um Google Streetview hochkochen lassen.

RolF

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2010-06-10

Zeiten in denen ich den Deutschlandfunk abschalten könnte

Ja die gibt es. Natürlich nicht kurz vor Zwölf, wenn die Nationalhymne und die Europa-Hymne erklingen, sondern vielmehr dann, wenn sie mal wieder über eine neue Rundfunkgebühren-Regelung berichten. Da gilt dann das ganz schnöde "Wes Brot ich ess, des Lied ich sing." und nicht die viel beschworene Unabhängigkeit, Überparteilichkeit oder Ausgewogenheit.

So auch jetzt wieder aus aktuellen Anlass, da jetzt die Länderchefs, die dafür wohl zuständig sind, über eine Gebührenerhebung pro Haushalt entschieden haben. Das Konstrukt soll angeblich auf den Paul Kirchhoff zurückgehen, der propagiert habe, dass diese Vorgehensweise verfassungsgemäß sei. Der wollte ja auch damals schon das Steuermodell vereinfachen und gerechter machen. Jetzt werde nämlich alles viel gerechter, weil jeder Haushalt … und keine extra Regelungen für verdienenden Nachwuchs … und ausserdem könne man jede Menge Geld sparen, weil die GEZ-Schnüffler, äh nein, eine Überprüfung, ob nicht gemeldete Geräte in der Wohnung sind, nicht mehr notwendig wären. Die Privatsphäre der Menschen sei wieder gewahrt!

dpa meldet (nachzulesen auf den Online Seiten vom Stern):

Berlin (dpa) - Die GEZ-Gebühren werden umgebaut. Ab 2013 soll der Beitrag nicht mehr pro Gerät, sondern pro Haushalt gezahlt werden. Darauf hat sich die Rundfunkkommission der Länder in Berlin geeinigt. Die lästigen Kontrollen fallen künftig weg. Die künftige Gebühr soll nicht höher als die bisherigen 17,98 Euro pro Monat ausfallen.

Geht's noch?! Da werden mal schnell im Handumdrehen 1000 oder 2000 Arbeitsplätze der GEZ-Beauftragten im zukunftsträchtigen Dienstleistungssektor vernichtet und als Förderung der Freiheit verkauft.

BILD sagt übrigens so ziemlich das gleiche wie der Stern (welch Wunder, da es ja auf der gleiche dpa-Meldung basiert), allerdings mit einer Überschrift, die den kleinen Mann im Auge hat (oder eben die Zielgruppe der BILD-Leser) und damit die Meldung etwas konterkariert:

Jeder soll GEZ-Gebühren zahlen: 17,98 Euro pro Monat

Offensichtlich gehöre ich zur BILD Zielgruppe, denn genau das habe ich mich auch gefragt: Wieso soll ich jetzt 18 Euro zahlen, statt 6 wo ich doch weiterhin nur ein Radio habe. Das wichtige fehlt allerdings bei der Meldung: Ob sich an der bisherigen Definition von Haushalt was geändert hat? Da sah es nämlich bisher noch sehr düster aus für WGs: Laut MDR, genau ein öffentlich rechtlicher Sender, vom 19.März 2010 gilt nämlich für Wohngemeinschaften:

Jedes Mitglied einer Wohngemeinschaft muss für die Radio- und Fernsehgeräte in seinem Wohnraum Rundfunkgebühren zahlen. Bei gemeinsam genutzten Geräten genügt es, wenn eines der Mitglieder diese Geräte anmeldet und die Gebühren zahlt.

Ich finde, wenn jetzt in Zukunft gelten soll "Eine Gebühr pro Haushalt", dann muss auch gelten "Ein Haushalt pro Pissoir". Jeder, der schon mal Schulter an Schulter vorm Pissoir im Toiletten-Wagen beim Schauburg-Open-Air gestanden hat, weiss, was für ein Gemeinschaftsgefühl dadurch entsteht. Wo die gleiche Wand angepisst wird, da ist auch der eine und gleiche Haushalt. Ich bin schon am Überlegen, ob ich nicht ein Dixie gegenüber an der Straba aufstelle, das dann von der ganzen Nachbarschaft genutzt wird. Und zack sind wir ein Haushalt und zahlen nur noch einmal 17,98 Euro.

Wenn das jemand anzweifeln will, sag ich "Ätsch, Ihr dürft aber gar nicht vorbeikommen, um das zu überprüfen. Denn das passt nicht zu eurer propagierten Kosteneinsparung, damit mehr Gelder für die Inhalte des Programms vorhanden sind!"
Inhalte des Programms – Jeder weiß, dass das lächerlich ist. Das zusätzliche Geld wird vor allem wieder dafür eingesetzt, um überteuerte Übertragungsrechte von Fußballweltmeisterschaften einzukaufen. Nicht mit mir! Ich brauch die Übertragungsrechte nicht. Ich werde ja als Präsident gewählt (WikiVote) und bekomme eh eine Freikarte für die Spiele.

RolF

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2010-06-03

Ursula von ...

Hey, wieso hat mich eigentlich noch niemand als neuen Bundespräsident vorgeschlagen? Ich gebe ja zu, dass ein adlig klingender Namen schon was her macht für das Amt: Richard von Weizsäcker, Ursula von der Leyen, … Aber da könnte ich, wenn denn mein Künstlerpseudonym endlich mal bei den Karlsruher Ämtern durch ist, schon auch mithalten: Rolf aus der WG mit Garten. Und die Voraussetzungen fürs Amt stimmen:

  • über 40
  • Habe seit Erreichen des Wahlberechtigungsalters noch bei jeder Bundestagswahl meine Stimme abgegeben.
    Okay, das ist ein Gerücht, dass das ein zwingendes Kriterium ist. Aber nur weil das noch eines der wenigen Dinge ist, die man nicht über Google herausfinden kann. Andererseits gibt es ja auch sehr rigide Vertreter des Über-Parteilichkeits-Gedankens, die meinen, der Überparteilichkeit würde nur jemand gerecht, der noch nie eine Partei gewählt hat. Angeblich soll der erste Bundespräsident Heuss dieses Argument schon damals sehr unbekümmert entkräftet haben: "Na wenn's darum geht, kann ich Sie beruhigen: Die Parteien, die ich bisher gewählt habe, gibt es alle nicht mehr."
  • Endlich mal jemand, der nicht nur im Schloss Bellevue wohnt, sondern der auch dem Namen gerecht wird und tatsächlich gut aussieht.
  • Als überzeugter Les Tongs Anhänger gibt es bei mir auch keinen Grund für die heimliche Angst, dass ich den edlen Parkettboden im Bellevue mit High Heels ruinieren könnte. Da sollten wir uns nix vormachen, der eigentliche Grund, weshalb noch keine Frau Bundespräsidentin war, ist die archaische Angst aller Männer vor High Heels.

Und der wichtigste Grund am Ende: Ich käme dann doch noch zu Karten für das – und jetzt muss ich mit der Formulierung aufpassen, sonst habe ich eine Abmahnung von der FIFA am Hals – Fussballweltmeisterschafts-Endspiel in Südafrika. Denn bei der letzten WM war ja nicht der Kopfstoß von Zidane der eindrücklichste Moment, sondern der Augenblick als Angela Merkel Mehmet Scholl die Hand geben durfte.

Also zögert nicht und fördert den Demokratie-Gedanken, indem Ihr den nächsten Bundespräsidentschaftskandidaten per WikiVote bestimmt.

Wie? Das reicht zeitlich nicht mehr, weil der Amtsantritt erst nach dem Endspiel ist? Mit dem Horst Köhler mache ich keinen Deal mehr!

RolF

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Comments on 2010-06-03

Also ich würde für dich stimmen, wenn ich denn die Möglichkeit dazu hätte…

– Jennifer 2010-06-03 10:21 UTC

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